Home
Galerie
Künstler
Messe
Kataloge
Kontakt
OpArt . Kinetik . Konkrete Kunst
di Luciano Lucia



Anlässlich der 9. Quadriennale di Roma von 1965 kaufte die Galleria Nazionale d’Arte Moderna, beauftragt vom Bildungsminister, eine Reihe von Werken, welche „die Entwicklungen in der heutigen Kunst“ dokumentieren sollten. Unter den Künstlern befanden sich Frascà, Uncini und Carrino der Künstlergruppe Gruppo Uno, Mario Nigro, Antonio Calderara, Enzo Mari, Getulio Alviani, Grazia Varisco und Lucia Di Luciano, alles Exponenten der Arte Programmata und der optisch-visuellen Kunst. Das Werk Operative Struktur Nr. 13 von Lucia Di Luciano aus dem Jahr 1965 wurde später in die Ausstellungseinrichtung mit aufgenommen, zusammen mit Arbeiten von Biasi, Costa und Landi, von Alviani, von Frascà, J.R. Soto, W. Hayter und W. Linck. Gleichzeitig präsentierte Lucia Di Luciano ihre „ästhetisch-operationale“ Suche, zusammen mit Giovanni Pizzo, der diese teilte, in der Galleria Numero in Rom. „Die Logik der Mathematik“ hatte beide dazu gebracht, den Weg der abstrakt-synthetischen Kohärenz zu beschreiten. Lucia Di Luciano und Giovanni Pizzo hatten begonnen, ein Universum geometrischer Zeichen, Linien, Quadrate, Rechtecke in Weiß und Schwarz, in Schwarz und Weiß zu erforschen; eine logisch-mathematische Progression, die elementar begann und sich nach und nach immer komplexer gestaltete, bis sie zu einer wahren Syntax, zu einem rhythmischen Metastil wurde, zu einer Kombination kleinster Elemente mit horizontal-räumlichem und vertikal-zeitlichem Verlauf, alles hergestellt mit der Wandfarbe Morgan’s Paint und mit Tusche. Die von den Künstlern produzierten Arbeiten sind Empfehlungen mentaler Verfahren, mit denen man die Beziehung zur Außenwelt funktionalisieren kann. Die vom Künstler übermittelte Information ist eine ästhetische, aber auch streng wissenschaftliche Operation. 1966 präsentiert jeder der beiden erst in der Galleria Numero in Rom und dann in Florenz eine eigene Installation der Arte Programmata, wobei beide Installationen von einer einzigen Toneinrichtung des Musikers Pietro Grossi kommentiert werden, die ebenfalls programmiert ist. Diesen Event definiert Argan „die deutlichste, rigoroseste und fortgeschrittenste strukturalistische und operationalistische Analyse“.
Mariastella Margozzi
Combinatorie. Arte Programmata Anni ‘60, Galleria Nazionale D’Arte Moderna, Rom 2007