Home
Galerie
Künstler
Messe
Kataloge
Kontakt
OpArt . Kinetik . Konkrete Kunst
Pizzo Giovanni



Meine künstlerische Suche beginnt, im Bereich des Rationalen, in den 1960er Jahren innerhalb einer Gruppe von Künstlern, die ebenfalls an einer ästhetischen Darstellung der operationalen Art interessiert sind. Die Arbeit basiert also auf einer planenden Methode, die der ästhetischen Operation eine qualifizierende Richtung geben soll. In den Gemälden aus jener Zeit entstehen schrittweise dauerhafte Beziehungen zwischen den zeichenhaften/geometrischen Bildern, bis diese zeitweise das gesamte Feld und/oder die gesamte Fläche der Bilder strukturieren. Dieser Zeichenverlauf wird über eine Methodologie vermittelt, die den logisch/mathematischen Disziplinen entnommen ist. Die Gemälde entstehen also aus Abfolgen von elementaren geometrischen Bildern (Quadraten und Rechtecken), meist in Schwarz auf weißem Grund. In dieser Phase wird die ästhetische/verhaltensbezogene Anreicherung der Bilder durch Anwendung der Kombinatorik verwirklicht. In den 1970er Jahren geht die künstlerische Suche in der eben genannten Form weiter, doch in mir wird der (übrigens nie geringer gewordene) Wunsch stärker, Farbe zu verwenden. Diese Notwendigkeit, mich über Farbe auszudrücken, wird endlich auf operationaler Ebene chromatisch gerechtfertigt durch die Verwendung von Farbe, die aus dem 1915 vom Maler Albert Henry Munsell entwickelten Farbsystem abgeleitet ist. Die wissenschaftlichen Farbwertigkeiten verbinden sich perfekt mit meiner ästhetischen Suche im Bereich der Rationalisierung der künstlerischen Verfahren. In diesem Bereich studiert man aktuell alle räumlichen/zeitlichen Möglichkeiten der Farben, zusammen mit ihrer Grammatik und Syntax. In den 1990er Jahren nutzen die Arbeiten die visuellen/perzeptiven Ergebnisse chromatischer Kontraste, die da sind: zwischen Primärfarben, zwischen Komplementärfarben, zwischen warmen und kalten Tönen, zwischen Qualitäten und Quantitäten. Das dialektische Spiel zwischen Helligkeit und Sättigung der Farben wird subtiler und es entstehen die folgenden Werke: Chromatische Kontraste, Chromatische Alternationen, Die Gradienten und weitere. 2001 verändert sich meine Arbeit. Die Arbeiten nehmen große Ausmaße an, um nicht nur eine chromatisch/visuelle Differenzierung umzusetzen, sondern die Farbe in ihrer Wertigkeit der räumlichen Strukturierung zu typisieren. Die Arbeit/Installation Die Gradienten, die ich extra für das Museo Laboratorio di Arte Contemporanea (MLAC) der römischen Universität „La Sapienza“ konzipiert und umgesetzt habe, entspricht eben dieser operativen Notwendigkeit. Die Gemälde werden zu monochromen Oberflächen, auf denen sich die Farbe in ihrer Reinheit des Farbtons präsentiert und die Form beinahe numerisch zum Wesentlichen wird. Mit diesem Ansatz entstehen Werke wie: Lichträume, Wesentlichkeit, Fröhlichkeit, Eleganz, in denen die Farbe Konnotationen extremer Helligkeit und Unstofflichkeit erreicht. Meine Arbeit ist noch nicht zu Ende. Die Malerei ist für mich immer noch eine Suche, die aus Rationalität, Fantasie und Kreativität besteht. Diese Wahl habe ich vor mir selbst getroffen, im Bewusstsein, dass sie in mein Leben weiterhin die richtige Menge an Qualität einbringen wird.